Supervised Learning
Klausurorientierter Gesamtlernzettel mit Rechenwegen, Diagrammdeutung und Prüfungsfallen
Inhaltsüberblick
1. Grundlagen, Generalisierung und kNN
1.1 Supervised Learning als Lernproblem
Beim Supervised Learning sind für Trainingsbeobachtungen sowohl Features X als auch Labels Y bekannt. Aus den Daten wird eine Funktion f̂ gelernt, die für neue Eingaben möglichst gut generalisiert. Das Grundmodell lautet:
- X
- Featurevektor mit p Eingabevariablen.
- Y
- beobachtete Zielvariable bzw. Label.
- f
- wahre, unbekannte Abbildung; bei Regression ist der bedingte Erwartungswert unter quadratischem Verlust optimal.
- f̂
- aus den Trainingsdaten geschätztes Modell.
- ε
- nicht reduzierbarer Fehler mit typischerweise E(ε)=0 und Varianz σ2.
| Problem | Art von Y | Beispiel | Typische Metrik |
|---|---|---|---|
| Regression | quantitativ | Blutdruck, Umsatz, Niederschlag | MSE, RMSE, R2 |
| Klassifikation | qualitativ | Spam/Ham, Angriff/Fehler | Fehlerrate, F1, Balanced Accuracy |
1.2 Vorhersage, Schlussfolgerung und Modellflexibilität
Flexible Modelle sind besonders plausibel bei großem n, kleinem p und stark nichtlinearen Zusammenhängen. Unflexiblere Modelle sind oft robuster bei kleinem n, großem p oder starkem Rauschen.
1.3 Bias-Variance Trade-off
Mit steigender Flexibilität sinkt typischerweise der Bias, während die Varianz steigt. Der Trainingsfehler sinkt fast monoton; der Testfehler ist meist U-förmig. Der nicht reduzierbare Fehler bleibt konstant.
| Fit | Bias | Varianz | Training | Validierung/Test |
|---|---|---|---|---|
| Underfit | hoch | niedrig | schlecht | schlecht |
| Good Fit | vertretbar | vertretbar | gut | gut |
| Overfit | niedrig | hoch | sehr gut | deutlich schlechter |
1.4 k-Nearest Neighbors und Curse of Dimensionality
Für einen neuen Punkt werden die k nächsten Trainingspunkte anhand einer Distanz gesucht. Bei Regression wird zum Beispiel ihr Mittelwert, bei Klassifikation die häufigste Klasse oder deren relative Häufigkeit vorhergesagt.
- Kleines k: flexible Grenze, niedriger Bias, hohe Varianz.
- Großes k: glatte Grenze, höherer Bias, niedrigere Varianz.
- Features müssen sinnvoll skaliert werden; sonst dominiert die größte Einheit.
- Mit wachsendem p enthalten lokale Boxen nur noch einen winzigen Datenanteil: Bei 10 Prozent Breite pro Dimension bleiben in zwei Dimensionen 1 Prozent, in zehn Dimensionen nur 10-10.
2. Lineare Regression
2.1 Modell, Vorhersage und Residuen
Least Squares wählt die Koeffizienten so, dass die Summe der quadrierten Residuen minimal wird.
2.2 Koeffizienten korrekt interpretieren
In einer multiplen Regression beschreibt βj die erwartete Änderung von Y bei einer Erhöhung von Xj um eine Einheit, während alle anderen Modellfeatures konstant gehalten werden. Dieser Zusatz ist klausurrelevant.
| Ausgabe | Bedeutung | Nicht zulässige Schlussfolgerung |
|---|---|---|
| Koeffizient | Richtung und Änderung pro Einheit auf der jeweiligen Skala | Großer Betrag bedeutet nicht automatisch hohe Signifikanz |
| Standardfehler | Unsicherheit der Koeffizientenschätzung | Nicht mit Residualfehler verwechseln |
| p-Wert | Evidenz gegen H0: βj=0 unter Modellannahmen | Kein Maß für Effektgröße oder praktische Relevanz |
| Konfidenzintervall | Plausibler Bereich des Parameters im Wiederholungsverständnis | Kein Beweis für Kausalität |
Enthält das Intervall 0, kann die Nullhypothese auf dem zugehörigen Niveau typischerweise nicht verworfen werden. Ein statistischer Zusammenhang ist keine Ursache. Konfundierung kann sogar das Vorzeichen eines Koeffizienten ändern.
2.3 Dummies, Interaktionen und Nichtlinearität
Ein kategorisches Feature mit K Ausprägungen benötigt bei vorhandenem Intercept K-1 Dummies. Die ausgelassene Kategorie ist die Referenz.
Die Interaktion ändert die Wirkung eines Features abhängig vom anderen Feature. Nach dem Hierarchieprinzip bleiben die zugehörigen Haupteffekte im Modell. Quadratische oder höhere Polynomterme machen den Zusammenhang in x nichtlinear, das Modell bleibt aber linear in den Parametern.
2.4 Modellwahl und Diagnose
- Forward Selection: mit Intercept starten und schrittweise das Feature mit dem größten Gewinn nach festgelegtem Kriterium hinzufügen.
- Kollinearität: korrelierte Features erhöhen die Unsicherheit einzelner Koeffizienten; Vorhersage kann trotzdem brauchbar sein.
- Ausreißer und Leverage: Punkte weit vom Zentrum des Feature-Raums können die Gerade stark ziehen.
- Residualmuster: systematische Krümmung weist auf fehlende Nichtlinearität hin; Trichterform auf Heteroskedastizität.
- Validierung: Modellkomplexität nicht anhand des Trainings-RSS auswählen.
3. Klassifikation
3.1 Logistische Regression
Die lineare Regression ist für Klassenwahrscheinlichkeiten ungeeignet, weil sie Werte außerhalb von [0,1] erzeugen kann. Die logistische Regression modelliert lineare Log-Odds und transformiert sie in eine Wahrscheinlichkeit:
- βj ist die Änderung der Log-Odds pro Einheit von xj.
- eβj ist der multiplikative Faktor der Odds.
- Bei Schwelle 0.5 liegt die Entscheidungsgrenze bei a=0, also einer Hyperebene.
- Bei exakt trennbaren Daten können Koeffizienten ohne Regularisierung gegen unendlich laufen.
3.2 LDA, QDA und Naive Bayes
| Verfahren | Kernannahme | Grenze | Trade-off |
|---|---|---|---|
| LDA | klassenweise Normalverteilung, gemeinsame Kovarianzmatrix | linear | weniger Parameter, geringere Varianz |
| QDA | klassenweise Normalverteilung, eigene Kovarianzmatrizen | quadratisch | flexibler, mehr Daten nötig |
| Naive Bayes | Features bedingt auf die Klasse unabhängig | je nach Dichten | starke Annahme, oft robust bei hohem p |
Ist die wahre Bayes-Grenze linear, kann QDA den Trainingssatz besser fitten, aber LDA auf Testdaten besser generalisieren. Flexibler ist nicht automatisch besser.
3.3 Bewertung, Schwellenwert und Klassenungleichgewicht
| Vorhergesagt positiv | Vorhergesagt negativ | |
|---|---|---|
| Tatsächlich positiv | TP | FN |
| Tatsächlich negativ | FP | TN |
4. Support Vector Machines
4.1 Hyperebene, Margin und Supportvektoren
Eine Hyperebene teilt den Raum in zwei Halbräume. Der Hard-Margin Classifier maximiert den kleinsten Abstand zu den Trainingspunkten und setzt perfekte lineare Trennbarkeit voraus. Soft Margin erlaubt Marginverletzungen über Slack-Variablen und ist gegenüber Rauschen und Ausreißern robuster. Nur Punkte auf oder innerhalb der Margin beeinflussen die Lösung direkt: die Supportvektoren.
4.2 Kernel Trick
Nichtlinear trennbare Daten werden durch eine Transformation in einen höherdimensionalen Feature-Raum dort linear getrennt. Der Kernel berechnet innere Produkte im transformierten Raum, ohne die Transformation explizit aufzubauen.
- Nur Trainingspunkte mit αi≠0 tragen zur Vorhersage bei.
- Großes γ im RBF-Kernel bedeutet sehr lokale Wirkung und höhere Flexibilität.
- Der Soft-Margin-Parameter steuert die Strafe für Verletzungen; seine genaue Richtung hängt von der verwendeten Konvention C bzw. Kostenparameter ab.
- Mehrklassen: One-vs-Rest benötigt K Modelle; One-vs-One K(K-1)/2.
5. Resampling und saubere Evaluation
5.1 Rollen von Training, Validierung und Test
| Datenmenge | Erlaubte Nutzung | Verbotene Nutzung |
|---|---|---|
| Training | Parameter fitten, Transformationen lernen | finale Generalisierungsangabe |
| Validierung/CV | Modelltyp, Hyperparameter, Features und Schwelle auswählen | nach Auswahl als unabhängiger Test ausgeben |
| Test | einmalige, abschließende Bewertung | Modellentscheidungen treffen und danach denselben Fehler berichten |
5.2 Hold-out, k-fold CV und LOOCV
- Trainingsdaten zufällig oder strukturgerecht in k Folds teilen.
- Für jeden Fold auf den übrigen k-1 Folds trainieren.
- Auf dem ausgelassenen Fold bewerten.
- Fehler mitteln; Streuung der Foldfehler als Stabilitätshinweis berichten.
- Nach Modellwahl auf allen Entwicklungsdaten neu fitten und genau einmal testen.
Größeres k bedeutet größere Trainingsfolds und meist weniger pessimistische Schätzung, aber höheren Rechenaufwand und stärker korrelierte Fits. LOOCV ist der Extremfall k=n. Häufig ist 5- oder 10-fold CV ein guter Kompromiss.
5.3 Bootstrap und Out-of-Bag
Ein Bootstrap-Sample zieht n Beobachtungen mit Zurücklegen. Mehrfach gezogene Punkte erhalten bei Least Squares entsprechend mehrfaches Gewicht. Im Mittel sind nur etwa 63.2 Prozent der ursprünglichen Beobachtungen eindeutig enthalten; etwa 36.8 Prozent bleiben Out-of-Bag und können zur Bewertung des jeweiligen Fits dienen.
Bootstrap eignet sich besonders zur Schätzung der Streuung von Statistiken und Modellparametern. OOB-Fehler sind eine interne Validierung, aber kein Ersatz für einen unberührten finalen Testsatz, wenn viele Entscheidungen getroffen wurden.
5.4 Leakage verhindern
Für jeden Fold:
fit preprocessing nur auf fold_train
transform fold_train und fold_valid
fit model auf transformiertem fold_train
evaluate auf transformiertem fold_valid
Bei Zeitreihen, Gruppen oder wiederholten Messungen ist eine gewöhnliche Zufallsteilung oft falsch. Splits müssen die spätere Einsatzsituation und Abhängigkeiten abbilden.
6. Trees und Ensembles
6.1 Entscheidungsbäume
Bäume zerlegen den Feature-Raum rekursiv durch achsenparallele Regeln wie xj<s. Jede Beobachtung folgt von der Wurzel zu einem Blatt. Regression sagt den Mittelwert im Blatt vorher, Klassifikation typischerweise Mehrheitsklasse oder Klassenhäufigkeiten.
| Aufgabe | Splitkriterium | Blattvorhersage |
|---|---|---|
| Regression | Minimierung der RSS in den Kindknoten | Mittelwert der Trainingslabels im Blatt |
| Klassifikation | Gini oder Cross-Entropy | Mehrheitsklasse bzw. Wahrscheinlichkeiten |
Gini und Cross-Entropy reagieren empfindlicher auf veränderte Klassenanteile als die Fehlklassifizierungsrate und sind deshalb für den Baumaufbau meist besser. Greedy Splitting findet nicht garantiert den global optimalen Baum. Tiefe Bäume haben hohe Varianz; Pruning oder Tiefenbegrenzung wird per Validierung gewählt.
6.2 Bagging, Random Forest und Boosting
| Verfahren | Training | Hauptwirkung | Wichtige Parameter/Fallen |
|---|---|---|---|
| Bagging | Bäume unabhängig auf Bootstrap-Samples | Mittelung reduziert Varianz | Anzahl Bäume B; OOB-Fehler nutzbar |
| Random Forest | Bagging plus zufällige Feature-Untermenge je Split | Dekorrelation der Bäume verbessert Mittelung | m Kandidaten pro Split; parallelisierbar |
| Boosting | Bäume sequentiell auf aktuelle Residuen/Gradienten | schrittweise Biasreduktion | Lernrate λ, Tiefe und Baumzahl gemeinsam tunen |
7. Neuronale Netze
7.1 Neuron, Layer und Forward Pass
- x⃗
- Eingabe des Neurons.
- w⃗
- Gewichte der Eingaben.
- b
- Bias bzw. verschiebbarer Schwellenwert.
- z
- gewichtete Summe vor Aktivierung.
- g
- nichtlineare Aktivierungsfunktion.
| Aktivierung | Formel | Typischer Einsatz | Risiko |
|---|---|---|---|
| ReLU | max(0,z) | Hidden Layer | inaktive Neuronen bei dauerhaft negativem z |
| Sigmoid | 1/(1+e-z) | binäre Ausgabewahrscheinlichkeit | Sättigung und kleine Gradienten |
| Tanh | tanh(z) | zentrierte Aktivierung | ebenfalls Sättigung |
| Softmax | ezk/∑jezj | Mehrklassen-Ausgabe | numerisch stabil mit verschobenen Logits berechnen |
Ein einzelnes lineares Ausgabeneuron entspricht linearer Regression; ein einzelnes Sigmoid-Neuron entspricht logistischer Regression. Mehrere Layer und nichtlineare Aktivierungen erzeugen flexible Funktionsklassen.
7.2 Training
- Forward Pass berechnet Vorhersage ŷ.
- Loss misst Abweichung, zum Beispiel MSE bei Regression oder Cross-Entropy bei Klassifikation.
- Backpropagation wendet die Kettenregel rückwärts im Computation Graph an.
- Gradientenverfahren aktualisiert Parameter: θ ← θ - η∇θL.
- Validierungsdaten steuern Epochenzahl, Architektur, Regularisierung und Lernrate.
Mehr Breite oder Tiefe erhöht Kapazität, aber auch Rechenaufwand und Overfitting-Risiko. Typische Gegenmaßnahmen sind Early Stopping, Weight Decay, Dropout, Datenaugmentation und mehr Daten. Preprocessing muss in die Validierungsstrategie eingebettet bleiben.
7.3 Typische NN-Fragen aus den Übungen
- Neuronenausgabe exakt als Skalarprodukt, Bias und Aktivierung berechnen.
- Netz aus Gewichten zeichnen und einen Forward Pass datenpunktweise durchführen.
- Lineare/logistische Regression als Spezialfall eines Netzes erkennen.
- Frameworks unterscheiden: TensorFlow und PyTorch sind Implementierungen; Keras ist primär eine High-Level-Schnittstelle.
- Grenzen benennen: Daten- und Energiebedarf, Urheberrecht, Verzerrungen, Halluzinationen, mangelnde Erklärbarkeit.
8. Klausurtraining: Vorgehen nach Aufgabentyp
| Aufgabentyp | Robuster Lösungsweg | Kontrollfrage |
|---|---|---|
| Regression oder Klassifikation? | Zielvariable identifizieren, quantitativ oder qualitativ entscheiden, Anwendungsbeispiel nennen. | Nicht vom Datentyp eines Features ablenken lassen. |
| Underfit/Overfit | Training und Validierung getrennt betrachten; Bias, Varianz und Komplexität zuordnen. | Ist die Aussage ohne unabhängige Daten überhaupt belegbar? |
| Lineares Modell | Modell sauber hinschreiben, Dummies einsetzen, Terme sammeln, erst dann interpretieren. | Wurden andere Features konstant gehalten? |
| Interaktion | Für jede Kategorie eigene Gerade ableiten; Intercepts und Steigungen vergleichen. | Wurde der Interaktionsterm bei Ableitung/Einsetzen berücksichtigt? |
| Logistische Wahrscheinlichkeit | Linearen Prädiktor a berechnen, exponentieren, in p=s/(1+s) einsetzen. | Liegt p zwischen 0 und 1 und passt die Richtung zum Vorzeichen? |
| Hyperebene/SVM | Normalenvektor, Bias, Vorzeichen der Punkte und gegebenenfalls Punkt-Ebene-Abstand prüfen. | Trennt die Ebene wirklich alle geforderten Punkte? |
| Cross-Validation | Rollen der Daten und alle innerhalb des Folds zu lernenden Schritte explizit nennen. | Ist irgendwo Information aus Validierung oder Test eingeflossen? |
| Baumvorhersage | Jede Ungleichung mit konkretem Wert auswerten und Pfad dokumentieren. | Links/rechts nicht aus der Zeichnung raten, sondern die Bedingung lesen. |
| Ensembleparameter | Parameter zuerst der Wirkung Bias, Varianz, Korrelation oder Schrittweite zuordnen. | Wird Training parallel oder sequentiell ausgeführt? |
| NN Forward Pass | Layerweise: Skalarprodukt, Bias, Aktivierung; Zwischenwerte notieren. | Wurde ReLU nach und nicht vor der gewichteten Summe angewandt? |
8.1 Zehn Aufgaben der Übungsklausur auf einen Blick
| Nr. | Kern | Erwarteter Schlüsselpunkt |
|---|---|---|
| 1 | Regression/Klassifikation, kategoriale Features | Zielvariable entscheidet; binäre und mehrkategoriale Beispiele |
| 2 | Underfit | zu einfach, hoher Bias, geringe Varianz; Features/Polynome/Interaktionen |
| 3 | Lineare Interaktion | Steigungen -2.5 und -3.7; Schnitt bei 6.67 |
| 4 | Logistische Regression | p=0.750; Intercept als Basis-Log-Odds; 100 Prozent nur Grenzwert |
| 5 | SVM und Hyperebenen | Kernel erzeugt lineare Trennung im erweiterten Raum |
| Nr. | Kern | Erwarteter Schlüsselpunkt |
|---|---|---|
| 6 | Validierungsdaten | Modellentscheidungen ohne Verbrauch des Testsatzes |
| 7 | Regressionsbaum | Pfad dokumentieren; Vorhersage 35.3 |
| 8 | Boosting | bei Overfit Shrinkage λ verkleinern |
| 9 | Random Forest | Feature-Subsampling dekorreliert Bäume |
| 10 | Neuronales Netz | Hidden-Ausgaben 2 und 0; unendlich viele Outputparameter |
9. Kompakte Formelsammlung
| Thema | Formel | Variablen / Anwendung |
|---|---|---|
| Euklidische Distanz | ||x⃗-x⃗'||=√∑j=1p(xj-x'j)2 | p Features; vorher skalieren |
| MSE | (1/n)∑i=1n(yi-ŷi)2 | n ausgewertete Beobachtungen |
| RSS | ∑i=1n(yi-ŷi)2 | unskalierte Summe quadrierter Residuen |
| TSS | ∑i=1n(yi-ȳ)2 | Gesamtstreuung um den Mittelwert |
| R2 | (TSS-RSS)/TSS | erklärter Anteil; auf Testdaten auch negativ möglich |
| Least Squares | c⃗=(XTX)-1XTy⃗ | in Praxis lineares System lösen, nicht explizit invertieren |
| 95%-KI | β̂ ± 2SE(β̂) | Näherung unter üblichen Annahmen |
| Logistische Funktion | p=ea/(1+ea) | a=β0+∑βjxj |
| Log-Odds | ln(p/(1-p))=a | linearer Prädiktor auf Logit-Skala |
| Hyperebene | n0+n⃗Tx⃗=0 | n⃗ Normalenvektor |
| Punkt-Ebene-Abstand | |p⃗Tn⃗+n0|/||n⃗|| | geometrischer Margin-Baustein |
| RBF-Kernel | exp(-γ∑j=1p(xj-x'j)2) | γ steuert Lokalität |
| SVM-Vorhersage | n0+∑i=1nαiK(x,xi) | nur αi≠0 relevant |
| Gini | 1-∑k=1Kp̂mk2 | Unreinheit im Baumknoten m |
| Boosting | f̂(x)←f̂(x)+λb(x) | λ Shrinkage/Lernrate |
| Neuron | h=g(w⃗Tx⃗+b) | gewichtete Summe, Bias, Aktivierung |
| Gradientenupdate | θ←θ-η∇θL | η Lernrate, L Loss |
10. Prüfungsfallen, Lerncheckliste und Fragen
10.1 Häufige Prüfungsfallen
10.2 Kompakte Lerncheckliste
- Ich kann Regression und Klassifikation am Label unterscheiden und n sowie p bestimmen.
- Ich kann Bias, Varianz, irreduziblen Fehler, Underfit und Overfit in einem Diagramm erklären.
- Ich kann kNN-Distanzen und Vorhersagen für Regression und Klassifikation berechnen.
- Ich kann RSS, MSE, TSS und R2 berechnen und interpretieren.
- Ich kann Dummies, Polynomterme und Interaktionen in linearen Modellen auswerten.
- Ich kann p-Wert, Konfidenzintervall und Koeffizient voneinander abgrenzen.
- Ich kann Logit, Odds und Wahrscheinlichkeit ineinander umrechnen.
- Ich kann LDA, QDA, Naive Bayes und logistische Regression vergleichen.
- Ich kann Hyperebene, Margin, Supportvektoren, Soft Margin und Kernel erklären.
- Ich kann einen leakage-freien Train/Validation/Test- und CV-Prozess beschreiben.
- Ich kann einen Baum ablaufen sowie Gini, Bagging, Random Forest und Boosting erklären.
- Ich kann einen vollständigen NN Forward Pass mit Bias und Aktivierung rechnen.
10.3 Mögliche Klausurfragen
- Warum kann ein flexibleres Modell trotz niedrigerem Trainingsfehler einen höheren Testfehler haben?
- Wie ändert sich die kNN-Grenze mit k, und warum verschärft großes p das Problem?
- Interpretieren Sie einen Interaktionsterm zwischen numerischem Feature und Dummyvariable.
- Warum ist ein kleiner p-Wert weder ein großer Effekt noch ein Kausalitätsbeweis?
- Leiten Sie die logistische Entscheidungsgrenze für zwei Features her.
- Wann ist QDA gegenüber LDA plausibel, und welcher Bias-Variance-Trade-off entsteht?
- Erklären Sie den Kernel Trick und berechnen Sie eine SVM-Vorhersage aus Kernelwerten.
- Skizzieren Sie eine vollständig leakage-freie k-fold Cross-Validation.
- Warum reduziert Random Forest gegenüber Bagging häufig zusätzlich die Varianz?
- Führen Sie einen Forward Pass durch und bestimmen Sie Outputparameter unter einer Zielbedingung.
11. Abdeckung der Quellen
11.1 Übungen und Formelsammlung
| Folie/Kapitel | Inhalt | Enthalten? | Wo behandelt? |
|---|---|---|---|
| Übungen Formelsammlung | Distanz, Regression, Logit, Hyperebene, Kernel, Gini, Aktivierungen | Ja | Abschnitt 9 und jeweils fachlich in 1 bis 7 |
| Kapitel 2, Aufgaben 1-17 | Flexibilität, n/p, Bias-Varianz, kNN, Fehler, Fit-Diagnose | Ja | Abschnitt 1, 5 und 10 |
| Kapitel 3, Aufgaben 1-17 | p-Werte, Interaktionen, KI, R2, Kausalität, Dummies, RSS, Least Squares | Ja | Abschnitt 2 und 9 |
| Kapitel 4, Aufgaben 1-12 | Logit, LDA/QDA, Dimension, Imbalance, Hyperebenen | Ja | Abschnitt 3 sowie 1.4 |
Weitere Übungskapitel
| Folie/Kapitel | Inhalt | Enthalten? | Wo behandelt? |
|---|---|---|---|
| Kapitel 9, Aufgaben 1-8 | Kernel, Margin, Supportvektoren, Mehrklassen, SVM-Rechnung | Ja | Abschnitt 4 und 9 |
| Kapitel 5, Aufgaben 1-8 | k-fold CV, LOOCV, Bootstrap, OOB, Fehlerschätzung | Ja | Abschnitt 5 |
| Kapitel 8, Aufgaben 1-14 | Baumregionen, Splitmaße, Bagging, RF, Boosting | Ja | Abschnitt 6 |
| Kapitel 10, Aufgaben 1-10 | Neuron, Aktivierung, Forward Pass, Training, Frameworks, Grenzen | Ja | Abschnitt 7 |
11.2 Übungsklausur
| Folie/Kapitel | Inhalt | Enthalten? | Wo behandelt? |
|---|---|---|---|
| Übungsklausur Aufgabe 1 | Regression/Klassifikation und kategorische Features | Ja | 1.1 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 2 | Underfit, Bias, Varianz, Modellkomplexität | Ja | 1.3 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 3 | Lineare Regression mit Interaktion | Ja | 2.3 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 4 | Logistische Wahrscheinlichkeit und Intercept | Ja | 3.1 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 5 | SVM und Hyperebene | Ja | 4.2 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 6 | Zweck des Validierungssatzes | Ja | 5.1 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 7 | Regressionsbaum ablaufen | Ja | 6.1 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 8 | Boosting-Shrinkage | Ja | 6.2 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 9 | Feature-Subsampling im Random Forest | Ja | 6.2 und 8.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 10 | NN Forward Pass und Outputparameter | Ja | 7.2 und 8.1 |