Formelsammlung: Statistik 2
Klausurorientierte Formeln, Hypothesenpaare, p-Wert-Logik, Python-Umsetzung und Beispiele
1. Prüfungslogik
Inhaltsverzeichnis
- Notation und Grundformeln
- Wichtige Verteilungen
- Normalverteilung und zentraler Grenzwertsatz
- Hypothesenpaare und p-Wert-Entscheidung
- Testauswahl und Testformeln
- Lineare Regression und OLS
- Regressionsprobleme und Regularisierung
- Maximum Likelihood
- Python-Code-Muster
- Klausurbeispiele
- Checkliste und Prüfungsfallen
- Abdeckung
2. Notation und Grundformeln
2.1 Zufallsvariablen, Wahrscheinlichkeits- und Verteilungsfunktion
| Begriff | Formel | Merksatz |
|---|---|---|
| Zufallsvariable | X: Ω → E, E ⊆ ℝ | Ordnet jedem Ereignis eine reelle Zahl zu. |
| Diskrete Wahrscheinlichkeitsfunktion | f(x)=P(X=x) | Wahrscheinlichkeit für genau einen Wert. |
| Diskrete Verteilungsfunktion | F(x)=P(X≤x)=∑t≤x f(t) | Treppenfunktion; monoton wachsend; Grenzwerte 0 und 1. |
| Kontinuierliche Dichte | P(a≤X≤b)=∫ab f(x) dx | Die Dichte selbst ist keine Wahrscheinlichkeit; Flächen sind Wahrscheinlichkeiten. |
| Kontinuierliche Verteilungsfunktion | F(x)=P(X≤x)=∫-∞x f(t) dt | Die Ableitung von F(x) ist die Dichte f(x). |
2.2 Erwartungswert, Varianz und Momente
pi ist die Wahrscheinlichkeit des diskreten Werts xi.
μ=E(X); die Varianz misst Streuung in quadrierten Einheiten.
| Moment | Formel | Interpretation |
|---|---|---|
| Allgemeines Moment | mr=E(Xr) | Rohmoment um 0. |
| Zentrales Moment | μr=E((X-μ)r) | Moment um den Erwartungswert. |
| Schiefe | γ1=μ3/σ3 | γ1>0 rechtsschief, γ1<0 linksschief. |
| Exzess | γ2=μ4/σ4-3 | Vergleicht die Wölbung mit der Normalverteilung. |
3. Wichtige Verteilungen
| Verteilung | Wann verwenden? | Funktion | Erwartungswert / Varianz | Python |
|---|---|---|---|---|
| Diskrete Gleichverteilung | Endlich viele gleich wahrscheinliche Werte, z. B. fairer Würfel. | P(X=x)=1/n | Für Werte a,...,b: E(X)=(a+b)/2, Var(X)=(n2-1)/12 | stats.randint(a, b+1) |
| Stetige Gleichverteilung | Zufallswert gleichmäßig in Intervall [a,b]. | f(x)=1/(b-a), F(x)=(x-a)/(b-a) | E(X)=(a+b)/2, Var(X)=(b-a)2/12 | stats.uniform(loc=a, scale=b-a) |
| Bernoulli | Ein Versuch, Erfolg/Misserfolg. | P(X=1)=p, P(X=0)=1-p | E(X)=p, Var(X)=p(1-p) | stats.bernoulli(p) |
| Binomial | Anzahl Erfolge in n unabhängigen Bernoulli-Versuchen. | P(X=k)=(n über k)pk(1-p)n-k | E(X)=np, Var(X)=np(1-p) | stats.binom.pmf(k,n,p), stats.binom.cdf(k,n,p) |
| Poisson | Anzahl seltener Ereignisse in Zeit/Raum bei konstanter Rate. | P(X=k)=e-λλk/k! | E(X)=λ, Var(X)=λ | stats.poisson.pmf(k, mu=lam) |
| Exponential | Wartezeit bis zum nächsten Ereignis in einem Poisson-Prozess. | f(x)=λe-λx, F(x)=1-e-λx | E(X)=1/λ, Var(X)=1/λ2 | stats.expon(scale=1/lam) |
| Normal | Messwerte, Mittelwerte und Approximationen nach dem ZGS. | f(x)=1/√(2πσ2) · e-0.5((x-μ)/σ)2 | E(X)=μ, Var(X)=σ2 | stats.norm(loc=mu, scale=sigma) |
4. Normalverteilung und zentraler Grenzwertsatz
Nach der Standardisierung gilt Z∼N(0,1). Tabellen und stats.norm.cdf arbeiten mit dieser Form.
Gilt für unabhängige, identisch verteilte Variablen mit endlicher Varianz; bei schiefen Verteilungen braucht man größere n.
| Bereich | Wahrscheinlichkeit bei Normalverteilung | Nutzen |
|---|---|---|
| μ±1σ | ca. 68 % | Grobe Plausibilitätsprüfung. |
| μ±2σ | ca. 95 % | Typische 5 %-Schwelle zweiseitig. |
| μ±3σ | ca. 99,7 % | Sehr extreme Beobachtungen. |
5. Hypothesenpaare und p-Wert-Entscheidung
5.1 Generische Hypothesenpaare
| Fragestellung | Nullhypothese H0 | Alternativhypothese H1 | p-Wert-Fläche | Typischer Test |
|---|---|---|---|---|
| Ist ein Mittelwert anders? | μ=μ0 | μ≠μ0 | Zweiseitig: beide Ränder. | z-Test, Einstichproben-t-Test |
| Ist ein Mittelwert kleiner? | μ≥μ0 oder μ=μ0 | μ<μ0 | Linksseitig: P(T≤tobs). | z-Test, t-Test |
| Ist ein Mittelwert größer? | μ≤μ0 oder μ=μ0 | μ>μ0 | Rechtsseitig: P(T≥tobs). | z-Test, t-Test |
| Unterscheiden sich zwei Mittelwerte? | μ1-μ2=0 | μ1-μ2≠0 | Meist zweiseitig. | Zweistichproben-t-Test, gepaarter t-Test |
| Unterscheiden sich mehrere Gruppen? | μ1=μ2=...=μk | Mindestens ein Gruppenmittelwert unterscheidet sich. | Rechter Rand der F-Verteilung. | ANOVA, danach Post-Hoc |
| Ist ein Merkmal normalverteilt? | Merkmal folgt der Normalverteilung. | Merkmal weicht von der Normalverteilung ab. | Abweichung von der Referenzverteilung. | Shapiro-Wilk, Kolmogorov-Smirnov, Anderson-Darling |
| Sind zwei kategoriale Merkmale unabhängig? | Merkmal A und Merkmal B sind unabhängig. | Merkmal A und Merkmal B sind abhängig. | Rechter Rand der χ2-Verteilung. | Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest |
| Passt eine Häufigkeitsverteilung zu Sollwerten? | Beobachtete Verteilung entspricht der erwarteten Verteilung. | Beobachtete Verteilung weicht ab. | Rechter Rand der χ2-Verteilung. | Chi-Quadrat-Anpassungstest |
| Hat ein Regressionskoeffizient Effekt? | βj=0 | βj≠0 | Meist zweiseitig über t-Verteilung. | OLS-Koeffiziententest |
5.2 Welche Hypothese bei welchem p-Wert?
| p-Wert bei vorher festgelegtem α=5 % | Entscheidung | Korrekte Formulierung |
|---|---|---|
| p<0,01 | H0 verwerfen; sehr starke Evidenz für H1. | „Der Effekt ist auf 1 %-Niveau signifikant.“ |
| 0,01≤p<0,05 | H0 verwerfen; H1 wird statistisch gestützt. | „Der Effekt ist auf 5 %-Niveau signifikant.“ |
| 0,05≤p<0,10 | Bei 5 % H0 nicht verwerfen; bei vorherigem 10 %-Niveau wäre es schwache Evidenz. | „Auf 5 %-Niveau nicht signifikant.“ |
| p≥0,10 | H0 nicht verwerfen bzw. beibehalten. | „Kein ausreichender statistischer Hinweis gegen H0.“ |
5.3 p-Wert-Interpretationen als Satzbausteine
| Test | Satzbaustein |
|---|---|
| Mittelwerttest | „Unter Gültigkeit von H0 beobachten wir mit Wahrscheinlichkeit p einen mindestens so starken Unterschied vom Sollwert wie in der Stichprobe.“ |
| Zweistichproben-t-Test | „Unter Gültigkeit gleicher Erwartungswerte beobachten wir mit Wahrscheinlichkeit p einen mindestens so starken Unterschied zwischen den Stichprobenmittelwerten.“ |
| ANOVA | „Unter Gültigkeit gleicher Gruppenmittelwerte beobachten wir mit Wahrscheinlichkeit p eine mindestens so große Varianz zwischen Gruppen relativ zur Varianz innerhalb der Gruppen.“ |
| Normalitätstest | „Unter Gültigkeit der Normalverteilungsannahme beobachten wir mit Wahrscheinlichkeit p eine mindestens so starke Abweichung von der Normalverteilung.“ |
| Chi-Quadrat-Unabhängigkeit | „Unter Gültigkeit der Unabhängigkeit beobachten wir mit Wahrscheinlichkeit p eine mindestens so starke Abweichung zwischen beobachteten und erwarteten Zellhäufigkeiten.“ |
| OLS-Koeffizient | „Wenn der wahre Koeffizient βj gleich 0 wäre, beobachten wir mit Wahrscheinlichkeit p einen mindestens so extremen t-Wert.“ |
6. Testauswahl und Testformeln
6.1 z-Test
Nutze den z-Test, wenn die Streuung aus der Theorie bekannt ist oder der ZGS auf eine Summe/Mittelwert angewandt wird, wie beim Würfel-, Roulette- oder Plinko-Beispiel.
| Alternative | p-Wert |
|---|---|
| H1: μ<μ0 | p=Φ(zobs) |
| H1: μ>μ0 | p=1-Φ(zobs) |
| H1: μ≠μ0 | p=2·min(Φ(zobs),1-Φ(zobs)) |
6.2 t-Tests und Konfidenzintervalle
| Test | Hypothese | Teststatistik | Freiheitsgrade / Hinweis |
|---|---|---|---|
| Einstichproben-t-Test | H0: μ=μ0 | t=(x̄-μ0)/(s/√n) | df=n-1 |
| Welch-Zweistichproben-t-Test | H0: μ1-μ2=0 | t=(x̄1-x̄2)/√(s12/n1+s22/n2) | Robustere Standardwahl bei ungleichen Varianzen. |
| Gepaarter t-Test | H0: μd=0 | t=d̄/(sd/√n) | Auf Differenzen derselben Personen/Einheiten rechnen. |
Bei zweiseitigem 5 %-Test gilt: Enthält das 95 %-Konfidenzintervall den Nullwert nicht, ist der Test auf 5 %-Niveau signifikant.
6.3 ANOVA und Post-Hoc
Ein signifikanter F-Test sagt nur, dass mindestens eine Gruppe abweicht. Welche Paarung abweicht, klären Post-Hoc-Tests wie Tukey HSD oder Bonferroni-korrigierte Paarvergleiche.
6.4 Normalität und nichtparametrische Alternativen
| Situation | Parametrisch | Nichtparametrische Alternative |
|---|---|---|
| Eine Stichprobe gegen Sollwert | Einstichproben-t-Test | Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test |
| Zwei unabhängige Gruppen | Welch-t-Test | Mann-Whitney-U / Wilcoxon-Rangsummen-Test |
| Zwei verbundene Messungen | Gepaarter t-Test | Verbundener Wilcoxon-Test |
| Mehrere unabhängige Gruppen | ANOVA | Kruskal-Wallis-Test |
6.5 Chi-Quadrat-Testfamilie
m ist die Anzahl aus Daten geschätzter Parameter.
Cramérs V misst die Stärke des Zusammenhangs, nicht nur dessen Signifikanz.
7. Lineare Regression und OLS
7.1 Modell und Schätzung
εi ist der Störterm: alle nicht erklärten Einflüsse.
7.2 Gütemaße und Interpretation
| Kennzahl | Formel | Interpretation |
|---|---|---|
| R2 | R2=1-SSres/SStot | Anteil der Stichprobenvarianz von y, den das Modell erklärt. |
| Korrigiertes R2 | 1-(1-R2)(n-1)/(n-p-1) | Bestraft zusätzliche Prädiktoren; besser für Modellvergleich. |
| Koeffizient | β̂j | Änderung in y pro Einheit xj, wenn alle anderen Variablen konstant bleiben. |
| p-Wert | aus t-Test | Kleiner p-Wert spricht gegen βj=0, aber nicht automatisch für Kausalität. |
8. Regressionsprobleme und Regularisierung
| Problem | Formel / Diagnose | Folge | Behandlung |
|---|---|---|---|
| Multikollinearität | VIFj=1/(1-Rj2) | Hohe Standardfehler, instabile oder widersinnige Koeffizienten. | Variablen reduzieren, aggregieren, fachlich auswählen, Ridge/Lasso prüfen. |
| Endogenität | Cov(xj,ε)≠0 | OLS-Schätzer sind verzerrt und inkonsistent. | Kontrollvariablen, Panelansätze, Experimente, Instrumentvariablen. |
| Omitted Variables | Relevante Variable fehlt und korreliert mit erklärender Variable. | Der Effekt wird falschen Variablen zugeschrieben. | Fachlich sinnvolle Kontrollen ergänzen. |
| Overfitting | Sehr gute Trainingsanpassung, schlechte Generalisierung. | Modell lernt Zufallsmuster. | Train/Test-Trennung, Cross-Validation, Regularisierung. |
Shrinkt Koeffizienten, setzt sie aber typischerweise nicht exakt auf 0.
Kann Variablen aussortieren; reduziert Varianz, bringt aber Bias in die Schätzung.
z muss die endogene Variable erklären, darf den Fehlerterm aber nicht direkt beeinflussen.
9. Maximum Likelihood
Wählt Parameter θ, unter denen die beobachteten Daten möglichst wahrscheinlich sind.
Produkte werden zu Summen; numerisch stabiler und einfacher zu optimieren.
Analytisch über Ableitungen, praktisch oft über numerische Optimierung.
Kleiner ist besser; k ist die Anzahl geschätzter Parameter.
| Verteilung | ML-Schätzer | Hinweis |
|---|---|---|
| Poisson | λ̂=x̄ | Durchschnittliche Ereigniszahl pro Einheit. |
| Normal | μ̂=x̄, σ̂2ML=1/n ∑(xi-x̄)2 | ML-Varianz teilt durch n, unverzerrte Stichprobenvarianz durch n-1. |
10. Python-Code-Muster
10.1 Grundsetup und p-Wert-Entscheidung
import math
import numpy as np
import pandas as pd
import scipy.stats as stats
def p_decision(p_value: float, alpha: float = 0.05) -> str:
if p_value < alpha:
return f"H0 verwerfen; Ergebnis signifikant auf alpha={alpha:.2%}."
return f"H0 nicht verwerfen; kein ausreichender Hinweis gegen H0 auf alpha={alpha:.2%}."
10.2 Verteilungen
# Binomial: mindestens 2 falsche Kaffees bei n=30 und p=0.04
p_at_least_2 = 1 - stats.binom.cdf(k=1, n=30, p=0.04)
# Poisson: maximal 1 Anruf pro Stunde bei lambda=3.4
p_max_1 = stats.poisson.cdf(k=1, mu=3.4)
# Exponential: erwartete Wartezeit zwischen Anrufen
expected_wait_hours = stats.expon.mean(scale=1 / 3.4)
# Normalverteilung: P(X <= 600) für X ~ N(800, 2000)
p_left = stats.norm.cdf(600, loc=800, scale=math.sqrt(2000))
10.3 z-Test und t-Tests
def z_test_mean(xbar: float, mu0: float, sigma: float, n: int, alternative: str = "two-sided"):
z = (xbar - mu0) / (sigma / math.sqrt(n))
if alternative == "less":
p = stats.norm.cdf(z)
elif alternative == "greater":
p = 1 - stats.norm.cdf(z)
else:
p = 2 * min(stats.norm.cdf(z), 1 - stats.norm.cdf(z))
return z, p
# Einstichprobe
t_stat, p_value = stats.ttest_1samp(sample, popmean=4.0)
# Zwei unabhängige Stichproben, Welch als robuste Standardwahl
t_stat, p_value = stats.ttest_ind(group_a, group_b, equal_var=False)
# Verbundene Stichprobe
t_stat, p_value = stats.ttest_rel(before, after)
10.4 ANOVA und Post-Hoc
import statsmodels.api as sm
import statsmodels.formula.api as smf
from statsmodels.stats.multicomp import pairwise_tukeyhsd
model = smf.ols("value ~ C(group)", data=df).fit()
anova_table = sm.stats.anova_lm(model, typ=2)
posthoc = pairwise_tukeyhsd(endog=df["value"], groups=df["group"], alpha=0.05)
print(anova_table)
print(posthoc)
10.5 Normalität, Chi-Quadrat und Korrelation
# Normalität
shapiro_stat, shapiro_p = stats.shapiro(x)
mu, sigma = stats.norm.fit(x)
ks_stat, ks_p = stats.kstest(x, stats.norm.cdf, args=(mu, sigma))
# Chi-Quadrat-Unabhängigkeit
table = pd.crosstab(df["gender"], df["course"])
chi2_stat, p_value, dof, expected = stats.chi2_contingency(table)
# Chi-Quadrat-Anpassungstest
observed = np.array([20, 30, 50])
expected = np.array([25, 25, 50])
chi2_stat, p_value = stats.chisquare(f_obs=observed, f_exp=expected)
# Korrelation
r, p_value = stats.pearsonr(x, y) # metrisch, ungefähr normal
rho, p_value = stats.spearmanr(x, y) # ordinal/nichtlinear monoton
10.6 OLS, VIF, Ridge/Lasso und ML
import statsmodels.formula.api as smf
from statsmodels.stats.outliers_influence import variance_inflation_factor
from sklearn.linear_model import RidgeCV, LassoCV
from sklearn.model_selection import train_test_split
from scipy.optimize import minimize
# OLS mit kategorialen Variablen
model = smf.ols("salary ~ statistics + C(state) + C(industry) + math_1 + math_2", data=df).fit()
print(model.summary())
# VIF: X enthält nur erklärende Variablen inklusive Konstante
X = model.model.exog
vif = pd.Series(
[variance_inflation_factor(X, i) for i in range(X.shape[1])],
index=model.model.exog_names,
)
# Regularisierung
X_train, X_test, y_train, y_test = train_test_split(features, target, random_state=42)
ridge = RidgeCV(alphas=np.logspace(-3, 3, 50)).fit(X_train, y_train)
lasso = LassoCV(alphas=np.logspace(-3, 1, 50), cv=5, random_state=42).fit(X_train, y_train)
# Maximum Likelihood: Poisson-Parameter schätzen
def neg_log_likelihood(params, x):
lam = params[0]
if lam <= 0:
return np.inf
return -np.sum(stats.poisson.logpmf(x, mu=lam))
result = minimize(neg_log_likelihood, x0=[np.mean(x)], args=(x,), bounds=[(1e-9, None)])
lam_hat = result.x[0]
log_likelihood = -result.fun
11. Klausurbeispiele aus der Probeklausur
11.1 Plinko: Erwartungswert, Varianz und einseitiger z-Test
Der linksseitige p-Wert ist extrem klein und liegt deutlich unter 5 %. Daher H0 verwerfen: Die beobachtete Auszahlung spricht gegen die angegebene Auszahlungstabelle.
11.2 Kaffeemaschine: Binomial, Poisson, Exponential
11.3 Tests aus dem Social-Media-Beispiel
| Situation | Test | Hypothesenpaar | Interpretation |
|---|---|---|---|
| Insta vs. TikTok-Nutzungszeit | Zweiseitiger Zweistichproben-t-Test | H0: gleiche durchschnittliche Nutzungszeit; H1: unterschiedliche durchschnittliche Nutzungszeit. | Bei p=0,1847 H0 nicht verwerfen. |
| Gender und Studiengang | Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest | H0: unabhängig; H1: abhängig. | Bei p=0,0353 auf 5 %-Niveau H0 verwerfen. |
| Lebenszufriedenheit normalverteilt? | Kolmogorov-Smirnov-Test | H0: normalverteilt; H1: nicht normalverteilt. | Sehr kleiner p-Wert: Normalitätsannahme verwerfen. |
| Drei Plattformen vergleichen | ANOVA | H0: alle Mittelwerte gleich; H1: mindestens ein Mittelwert unterscheidet sich. | Nach signifikanter ANOVA Post-Hoc-Tests für konkrete Paarungen. |
11.4 Regressionsoutput interpretieren
| Output | Korrekte Interpretation |
|---|---|
| β̂statistics=10, p=0,024 | Ein zusätzlicher Punkt in Statistik ist im Modell mit 10 € mehr Gehalt assoziiert. Der Zusammenhang ist auf 5 %-Niveau signifikant. |
| β̂state_abroad=5000, p=0,504 | Arbeiten im Ausland ist im Modell mit 5000 € mehr Gehalt assoziiert, aber der Zusammenhang ist nicht signifikant. |
| Korrigiertes R2=0,315 | Das Modell erklärt in der Stichprobe 31,5 % der Gehaltsvarianz; 68,5 % bleiben durch andere Einflüsse bzw. Fehlerterm erklärt. |
| Viele Prüfungsleistungen als Prädiktoren | Multikollinearität: hohe Korrelation zwischen Prüfungsleistungen erhöht Schätzfehler und kann widersinnige Vorzeichen erzeugen. |
| Lasso-Vorschlag | Lasso kann weniger relevante Variablen auf 0 setzen und Multikollinearität entschärfen, führt aber absichtlich Bias ein. |
12. Checkliste und Prüfungsfallen
- Ist y numerisch, ordinal oder kategorial?
- Eine, zwei oder mehrere Stichproben?
- Verbunden/gepaart oder unabhängig?
- Verteilung bekannt, angenommen oder zu testen?
- Richtung von H1 vor p-Wert-Berechnung festlegen.
- Bei Normalitätstests ist ein kleiner p-Wert schlecht für die Normalitätsannahme.
- ANOVA beantwortet nicht, welche Gruppe abweicht.
- Chi-Quadrat-Tests brauchen Häufigkeiten, keine Mittelwerte.
- p-Wert ist bedingt auf H0, nicht die Wahrscheinlichkeit von H0.
- Nicht signifikant heißt nicht „kein Effekt“.
- Signifikant heißt nicht automatisch „wichtig“ oder „kausal“.
- Regression immer mit Modellannahmen lesen.
Typische Wahr/Falsch-Fallen
| Aussage | Bewertung | Warum? |
|---|---|---|
| Verteilungsfunktionen sind monoton wachsend. | Richtig | F(x)=P(X≤x) kann mit größerem x nicht fallen. |
| Das Integral über eine Verteilungsfunktion muss 1 ergeben. | Falsch | Das gilt für Dichten, nicht für Verteilungsfunktionen. |
| Der t-Test ist parametrisch. | Richtig | Er testet Parameter wie Mittelwerte unter Verteilungsannahmen. |
| Endogenität verursacht keinen Bias, nur mehr Varianz. | Falsch | Endogenität verletzt Cov(x,\epsilon)=0 und verzerrt OLS. |
| Poisson konvergiert für λ→∞ gegen Binomial. | Falsch | Binomial konvergiert unter seltenen Ereignissen gegen Poisson; große Poisson-Raten werden eher normal approximiert. |
13. Abdeckung
| Folie/Kapitel | Inhalt | In Zusammenfassung enthalten? | Wo behandelt? |
|---|---|---|---|
| Foliensatz 4-21 | Zufallsvariablen, diskrete und kontinuierliche Verteilungen, Verteilungs-/Dichtefunktion | Ja | Kapitel 2 |
| Foliensatz 22-44 | Erwartungswert, Varianz, Standardabweichung, Momente, Schiefe, Exzess | Ja | Kapitel 2.2 |
| Foliensatz 45-69 | Gleichverteilung, Binomial, Poisson, Exponential, Normalverteilung | Ja | Kapitel 3 |
| Foliensatz 70-76 | Zentraler Grenzwertsatz, Summe und Mittelwert | Ja | Kapitel 4 |
| Foliensatz 77-98 | z-Test, Hypothesen, Testauswahl | Ja | Kapitel 5-6 |
| Foliensatz 99-129 | t-Test, Konfidenzintervalle, ANOVA und Post-Hoc | Ja | Kapitel 6.2-6.3 |
| Foliensatz 130-142 | Normalitätstests, Q-Q-Plot, parametrische und nichtparametrische Tests | Ja | Kapitel 6.4 |
| Foliensatz 143-154 | Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest, Anpassungstest, Fehlerarten | Ja | Kapitel 6.5, 12 |
| Foliensatz 155-182 | Lineare Regression, OLS, Outputinterpretation, R2 | Ja | Kapitel 7 |
| Foliensatz 183-215 | Multikollinearität, Endogenität, Overfitting, Ridge, Lasso, Cross-Validation | Ja | Kapitel 8 |
| Foliensatz 216-225 | Maximum-Likelihood-Schätzung, Log-Likelihood, AIC/BIC | Ja | Kapitel 9 |
| Notebooks/Rmds | Python/R-Umsetzung für Verteilungen, z-Test, t-Test, ANOVA, Chi-Quadrat, OLS, Regularisierung, ML | Ja | Kapitel 10 |
| Übungsklausur Aufgabe 1 | Plinko, Erwartungswert, Varianz, ZGS, einseitiger z-Test | Ja | Kapitel 11.1 |
| Übungsklausur Aufgabe 2 | Binomialmodell, Poissonmodell, Exponentialwartezeit | Ja | Kapitel 11.2 |
| Übungsklausur Aufgabe 3 | t-Test, Chi-Quadrat, Kolmogorov-Smirnov, ANOVA, p-Wert-Interpretationen | Ja | Kapitel 5, 6, 11.3 |
| Übungsklausur Aufgabe 4 | OLS-Output, p-Werte, korrigiertes R2, Multikollinearität, Lasso | Ja | Kapitel 7-8, 11.4 |
| Übungsklausur Aufgabe 5 | Wahr/Falsch-Fallen | Ja | Kapitel 12 |